Rückblick... es entwickelt sich

ein kleiner Rückblick: ...

Eigentlich ist der Entschluss, mich ernsthaft mit Fotografie zu beschäftigen, noch gar nicht so lange her - was ist schon LANGE.. aber was seitdem alles in dieser Sache passiert ist, so rückwärts betrachtet eine ganze Menge...fotografiert habe ich schon immer gern - allerdings bis letzten Jahres nur mit allen möglichen Kompaktkameras... die übliche Knipserei, dann die Produktfotos zum Beispiel von meinen Gemälden,  was mich schon immer begeistert hat war die Photobearbeitung - Montagen, Verfremdungen .. dieser ganze Kram. Auf meinem Privat-PC befinden sich schon seit Jahren mehr Fotobearbeitungsprogramme als zum Beispiel Spiele.. 


Und der Auslöser: Man stelle sich vor Du bist Gast auf einer Hochzeit - nach der Trauung werden die üblichen Fotos gemacht - einige haben Ihre Kompaktkamera dabei und knipsen drauf los.. dann werden diese Gruppenfotos gemacht wie wohl auf jeder Hochzeit - es ist jemand dafür engagiert worden .. und gibt Anweisungen - die ganze Truppe soll sich positionieren - und Du denkst bei Dir - hey was soll das, das kann doch gar nichts werden - im Hintergrund eine langweilige Wand mit einem superschicken Fallrohr einer Regenrinne mitten im Bild..na Klasse... die Pespektive stimmt irgendwie auch nicht... und ein paar Tage später wird dieses Foto auf Facebook gesendet.. Genau.. hätte man sich auch sparen können. Dankeschön.

Dann - wir sind auf einer Hochzeitsmesse - zig Fotografen buhlen um einen Auftrag und zeigen stolz Ihre Fotomappen, - zum Teil wirklich gute Fotos aber alles irgendwie uniform - immer das selbe..und die Preise dafür erzeugen ein Grummeln in der Magengegend... Du recherchierst mal bissel im Netz und siehe da es gibt auch ganz andere Fotos... ohne diesen ganzen gestellten Scheiß - zumindest sieht man es den Fotos nicht an, ob sie inszeniert wurden..irgendwie ehrliche Fotos, voller natürlicher Wärme... kein typisches Fotolächeln, keine falschen Gesichtsausdrücke... Fotos die nur einen Moment festhalten aber gleichzeitig eine ganze Geschichte erzählen.. voller Emotionen. Das willst Du auch...

 

 

Zunächst mal stand die Entscheidungsfindung für die eine oder andere Kamera an: Nikon, Canon, Pentax, Panasonic ... Schließlich kurz entschlossen die Sony geholt (und bislang nicht bereut).. Dann ging es los - die ersten Schnappschüsse machen - Automatikmodus und die ganzen Scenen-Modi hoch und runter - die ersten Gehversuche mit der SLR-Kamera... Brennweite rein und raus, Blende auf und zu und jedesmal gestaunt was alles geht..  Dann die Jagd nach etwas zusätzlichem Equipment - Zusatzakku, Makrolinsen, und jede Menge Literatur gab's zu Weihnachten - wieder 'zig Dinge zum Ausprobieren.. ein Highlight waren die Fotos vom Feuerwerk zu Silvester. Wir auf einer Party und meine Sony hat im Livemodus geschwindigkeitsmäßig  die Canon 600 eines Anwesenden geschlagen, die ja auch zur Kaufentscheidung anstand - ich stolz wie Gockel... ich hatte meine Feuerwerksbilder und ich fand sie Spitze... die Canon brauchte dagegen so lange für den Autofokus dass die Raketen aus waren bevor sie auslöste - lag auch daran dass wir beide zwar begeistert aber ahnungslos waren, er hatte seine Canon auch erst ein paar Tage und klebte im Automatik-Modus wie ich... aber Sony lag vorn..haha..

 

31.12.2012
31.12.2012

2012:   ....und dann die Vorfreude und die Spannung auf den Workshop in Hamburg bei Stefan Bäsmann,  Karo hatte den auf facebook entdeckt und kurzerhand für mich gebucht...

endlich war es soweit... vorher noch schnell das 18-200mm Objektiv bestellt und froh darüber, dass es noch rechzeitig vor dem Workshop ankam.... ein Zoombereich für alles - ich fand's geil, nicht mehr die Objektive wechseln zu müssen.... der Workshop: bei Schweinekälte am Sonntag nach Hamburg getourt..und es hat sich total gelohnt - völlig entspannte Atmossphäre, kleine Gruppe von 4 Teilnehmern - und richtig viel mitgenommen und gelernt.... Auch wenn ich schon vorher viel über die Zusammenhänge zwischen Blende-ISO-und Belichtungszeit gelesen und auch viel rumprobiert hatte - so richtig kapiert hab ich es beim Workshop - das war echt spitzenmäßig. und seitdem ist der Automatikmodus der Kamera ungenutzt.

mehr so zum Spaß hier mein allerletztes Foto im Automatik-Modus:



mein allerletztes Foto im Automatikmodus im Januar 2012
mein allerletztes Foto im Automatikmodus im Januar 2012

und dann ging es Schlag auf Schlag - fast jeden Tag irgendwas Neues ausprobiert und entdeckt.. so eine Kamera ist wirklich ein geniales Spielzeug... so "nebenbei" dann wieder neue Software getestet - allein damit könnte man 48 Stunden pro Tag verbringen - mittlerweile arbeite ich mit Adobe Lightroom, Photoshop Elements von Adobe und PaintShop von Corel und PhotoImpact von Ulead und Gimp natürlich... jedes dieser Programme ist für sich ein Bolide und selbst jetzt finde ich da immer noch etwas Neues und hab den einen oder anderen Aha-Effekt... da lernt man nie aus - aber das ist ja auch das Schöne daran.  Dann die Idee mit dem kleinen Foto-Studio - ein paar Beispielfotos vom Studio-Shooting Workshop hatten mich auf die Idee gebracht - das wollte ich auch können .. und wieder Neuland - Licht formen, entfesselt blitzen.. Studio-Ausstattung besorgen, Hintergrund, Stative, Lampen, Blitze -alles ausprobieren...wirklich fertig wird man da wohl nie. Wir haben dann nach ein paar Probestunden die Fotos für die Einladungskarte für unseren großen Tag geschossen und es hat super funktioniert...

 

 

dann völlig unverhofft der erste Auftrag... schnell einen Gewerbeschein holen und Oh Gott! der ganze rechtliche Kram .. Bildrechte, Urheberrechte, Veröffentlichungsrechte.. Kammermitgliedschaft.. das ging alles so verdammt schnell und irgendwie auch alles auf einmal... ist ja nicht so, dass man sonst nichts zu tun hätte.. aber auf der anderen Seite.. irgendwie ist es das...

 

Das erste richtige Shooting.. erst totale Vorfreude... und natürlich Spannung .. und dann natürlich sowas wie Lampenfieber.. und auch Zweifel am Erfolg....eine Party, oh man, der erste Auftrag und dann bei diesem Licht....... was ist, wenn Du die Sache vergeigst, wenn es einfach noch zu früh ist dafür, weil die fehlende Erfahrung zu Ergebnissen führt, die keiner sehen will, bist Du größenwahnsinnig, Du hast Respekt vor dem Job....  aber ein Zurück kam nicht in Frage.. plötzlich bist Du dabei... die ersten Testfotos beim Location-Check vor Beginn der Veranstaltung  bei saumiesem Licht und..und ... und.... . es klappt..., die Fotos sehen erstmal gut aus..

 

plötzlich wirst Du wieder ruhig und Du fängst an zu arbeiten, die Zweifel sind jetzt auch egal... Augen offen, Kopf an, wach sein, wach sein und Ideen haben... und es geht los...die ersten Gäste kommen...  Motive suchen.. sich Gedanken machen, was wird als Nächstes passieren, wo mußt Du stehen damit die Perspektive stimmt, was ist mit dem Licht, ISO noch höher.. Blende auf.. Leute anlächeln... oder einfach ignorieren wenn sie sich beobachtet fühlen und Ihr Fotogesicht machen.. bloß keine Fotogrinsen aufnehmen.. hey, ich bin ganz natürlich einfach nur so hier und meine Kamera ist eigentlich nicht da, ich hab hier Spass  .....  sich in die Ecken verziehen und beobachten und mit dem Zoom ran.. nebenbei mal was neues... welche Belichtungszeit braucht man um genug Bewegungsunschärfe zu bekommen um tanzende Füße aufzunehmen, sowas hast Du noch nie gemacht.. dann die Festbrennweite auf die Kamera und rein ins Gewühl und durch die Leute durchschießen.. Abwechslung produzieren und Spass haben dabei..... Ja, ich will Euch sehen wie Ihr seid.. Ihr freut Euch, Ihr disskutiert, Ihr strengt Euch an, Ihr grinst in Euer Glas, Ihr baggert, Ihr seid gelangweilt,Ihr seid nachdenklich, Ihr seid gelöst, Ihr lacht Euch schlapp... ich will das Leuchten in Euren Augen sehen wenn Ihr tanzt ...  ich will alles sehen und Ich will Euch genau so auf meine Speicherkarte.....  Du stehst zwischen den Leuten und hältst drauf los... und das Display der Kamera verrät Dir was....

es funktioniert... es funktioniert wirklich ...

.............................................................und irgendwie macht es glücklich.

 

 

und dann passieren so Anekdoten: Du bist am Fotografieren und irgendwann kommt ein wirklich netter älterer Herr auf Dich zu... er sagt, er hat da auch so eine Spiegelreflexkamera - tolles Teil, natürlich viel größer und er hat ein super Objektiv dazu. Er sagt er möchte mir mal einen Tip geben: bei der Dunkelheit hier soll ich unbedingt einen Blitz benutzen - so wie ich das mache ohne Blitz das wird doch nichts... er hat einen Aufsteckblitz zu Hause und er könne den auch gleich mal holen... ich zeig ihm die 3-4 letzten Aufnahmen aus dem Speicher und grinse innerlich.. BINGO!

..... ich frag ihn wo die Toiletten sind  und dann muß ich erstmal dringend eine rauchen....

 

 

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